Bin ich bereit für eine Führungsrolle? 7 Fragen, die Dir Klarheit geben

Der Schritt in die erste Führungsrolle kommt manchmal schneller als gedacht. Gerade warst Du noch Experte, fachlich stark, zuverlässig und Teil eines eingespielten Teams.

Und dann kommt im Gespräch plötzlich der Satz:

„Wir könnten uns Dich gut als Führungskraft vorstellen.“

Eine tolle Chance. Der nächste Karriereschritt. Und gleichzeitig oft der erste ehrliche Gedanke: „Bin ich dafür wirklich bereit?

In vielen Unternehmen wird Führung immer wieder nach einem einfachen Prinzip vergeben: Wer fachlich gut ist, wird Führungskraft.

Das Problem:
Fachliche Stärke ist unverzichtbar – aber sie ersetzt keine Führungskompetenz.

Als Führungskraft geht es nicht mehr nur darum, selbst gute Arbeit zu leisten, sondern:

  • Entscheidungen zu treffen
  • Gespräche zu führen
  • Konflikte auszuhalten
  • Verantwortung für andere zu übernehmen

Das ist eine ziemlich große Umstellung, da sind Zweifel vorprogrammiert.

Wenn Du Dir unsicher bist, dann lass Dir versichern: damit bist Du nicht alleine! Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2020 zweifeln ein Drittel der befragten Führungskräfte an ihren Führungsfähigkeiten, das ist ziemlich viel!

Viele (angehende) Führungskräfte denken:

  • „Was, wenn ich nicht ernst genommen werde?“
  • „Wie führe ich ehemalige Kollegen?“
  • „Was mache ich, wenn es Konflikte gibt?“
  • „Kann ich überhaupt gute Entscheidungen treffen?“
  • „Was, wenn ich mich falsch entscheide?“

Oft werden diese inneren Fragen als eigene Schwäche angesehen, doch das Gegenteil ist der Fall: es zeigt, dass Du Dir bewusst bist, welcher große Schritt vor Dir liegt und Du diese Verantwortung ernst nimmst!

Die Frage, die es zu beantworten gilt, heißt: Bin ich bereit, mich auf Führung einzulassen?

Zur Beantwortung helfen Dir die folgenden 7 Fragen:

Führung bedeutet nicht nur Status oder Entwicklung. Sie bedeutet:

✔️ Entscheidungen zu treffen, die Auswirkungen auf andere haben

✔️ Gespräche zu führen, die nicht immer angenehm sind

Wenn Dich das eher reizt als abschreckt, bist Du auf dem richtigen Weg.

Vermeidest Du sie? Oder sprichst Du Dinge offen und transparent an?

Führung heißt Konflikte nicht zu umgehen, sondern sie selbst zu führen oder aber zu begleiten bzw. zu moderieren

Du musst kein Konfliktprofi sein – aber Du musst bereit sein, Dich mit anderen auseinanderzusetzten und zu lernen, wie man Konflikte lösen kann.

Das ist einer der größten Unterschiede zur Fachrolle: Du wirst Entscheidungen treffen müssen, die nicht jedem gefallen.

Die Frage ist nicht: „Treffe ich die perfekte Entscheidung?“ Wie wir alle wissen: keine Entscheidung ist perfekt.

Sondern: „Kann ich Verantwortung dafür übernehmen und die Entscheidung verteidigen, auch gegen Widersprüche?“

Das Thema Delegation ist sicherlich eines der zentralen Themen, an dem viele neue Führungskräfte scheitern.

Der Gedanke „Ich mache es lieber selbst, dann läuft es richtig“ ist oft in den Köpfen junger Führungskräfte. Führung bedeutet jedoch:

✔️ anderen zu vertrauen
✔️ Aufgaben abzugeben
✔️ Fehler zuzulassen

Wenn Du bereit bist, Aufgaben – und damit auch ein Stück Kontrolle – abzugeben, dann besitzt Du eine wichtige Eigenschaft einer Führungskraft.

Wertschätzung im Umgang mit anderen ist wichtig.

Aber: Harmonie ist nicht Führung.

Du wirst Situationen haben, in denen Du klar sein musst, auch wenn es unbequem ist. Kritisches Feedback klar und gleichzeitig wertschätzend zu kommunizieren, ist eine der zentralen Herausforderungen von Führung, der Du Dich immer wieder stellen musst!

Führung beginnt immer bei Dir selbst.

  • Wie wirkst Du auf andere?
  • Welche Verhaltensmuster bringst Du mit?
  • Wann wirst Du unsicher?

Die besten Führungskräfte sind nicht perfekt – aber sie sind reflektiert. Du wirst Dich Deinen eigenen Mustern und Unsicherheiten stellen müssen, um Dich als Führungskraft weiterzuentwickeln.

Führung lernt man nicht im Seminar. Und auch nicht aus Büchern oder Youtube Videos. Sie sind wertvoll in der Unterstützung, aber Führung lernt man vor allem

✔️ Im täglichen Alltag
✔️ In Gesprächen und im Austausch
✔️ In Situationen, die nicht perfekt laufen

Die entscheidende Frage ist daher: Bleibst Du dran? Kannst Du mit Rückschlägen umgehen? Lernst Du daraus?

Klar ist: Du musst nicht perfekt vorbereitet sein, kein Meister ist jemals vom Himmel gefallen. Und das wird in der Regel auch nicht erwartet. Aber Du musst bereit sein, Dich auf Führung einzulassen.

Offenheit, Lernbereitschaft und der Wille, Verantwortung zu übernehmen – das sind die entscheidenden Faktoren.

Wenn Du das mitbringst, hast Du bereits eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, eine gute Führungskraft zu werden.

Wenn Du kurz vor Deiner ersten Führungsrolle stehst oder gerade gestartet bist:

Warte nicht, bis Unsicherheit zum Problem wird!

Führung ist lernbar – aber sie wird leichter, wenn Du sie von Beginn an strukturiert angehst.

Hol Dir Unterstützung: Ein Mentor, eine Austausch-Runde mit anderen Führungskräften oder ein Coaching. Beschäftige Dich mit der Theorie von Personalführung, aber lerne vor allem aus der Praxis und reflektiere Dich selbst!

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